Ein psychisches Trauma wird als eine seelische Verletzung oder eine starke psychische Erschütterung verstanden, die durch ein extrem belastendes Ereignis oder eine extrem belastende länger anhaltende Situation hervorgerufen wird. Das Erlebte bedeutet eine große Bedrohung für Leben, Gesundheit oder die seelische Integrität (körperlicher, emotionaler oder sozialer Tod). Die Bezeichnung Traumafolgestörungen bezieht sich nicht auf das als bedrohlich Erlebte an sich, sondern auf die körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Folgen, die durch die belastende Erfahrung ausgelöst worden.
Kurzfristige Reaktionen auf eine seelische oder körperliche stark belastende Erfahrung können Schock oder Verdrängung sein. Langfristige Reaktionen zeigen sich z.B. als unkontrollierbare emotionale Reaktionen, Flashbacks, Alpträume, Hyperarousal, Vermeidungsverhalten, Beziehungs- oder Sexualprobleme oder als körperliche Symptome wie Schmerzen, Magen-Darm-Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Allergien und eine Reihe andere psychosomatischer Erkrankungen.
Integrative Traumatherapie ist ein Ansatz, der es ermöglicht, die emotionalen, psychischen und psychosomatischen Folgen von seelischen Verletzungen und belastenden Erfahrungen zu verarbeiten. Es werden Elemente und Methoden aus verschiedenen therapeutischen Schulen kombiniert und individuell auf die Bedürfnisse des betroffenen Menschen abgestimmt.
Somit können die für jede Person individuell passenden Methoden und Strategien gefunden werden, um Traumafolgestörungen zu lindern und die eigene Resilienz und psychische Gesundheit zu stärken.
Sicherheit und Stabilität
Durch einfühlsame Gespräche wird eine behutsame und geschützte Umgebung geschaffen, die es ermöglicht, als belastend erlebte Ereignisse zu teilen und zu regulieren. Die Entwicklung von individuell passenden Strategien zur Selbstregulation können hier ein wichtiger und unterstützender Aspekt sein.
Ressourcenorientierung
Integrative Traumatherapie legt einen starken Fokus auf die Stärkung der Ressourcen und Fähigkeiten des Menschen. Dabei wird nicht nur das als belastend Erlebte selbst betrachtet, sondern auch, welche Stärken und Bewältigungsmechanismen vorhanden sind.
Multimodaler Ansatz
Der multimodale Ansatz integriert unterschiedliche Techniken, wie Methoden der Verhaltenstherapie, körperorientierte Methoden, psychodynamische Ansätze und systemische Therapie. Dadurch wird das individuelle Erleben des jeweiligen Menschen in den Mittelpunkt gestellt und passende Methoden ausgewählt.
Körperorientierte Methoden
Da belastende Erfahrungen auf körperlicher Ebene gespeichert sind, können körpertherapeutische Ansätze, wie Achtsamkeit, Atemtechniken, Entspannungstherapie, Selbstwahrnehmungsübungen oder Bewegungsübungen Teil der Begleitung sein. Diese Techniken helfen, die Körperwahrnehmung zu verbessern, Spannungen abzubauen und Traumafolgestörungen zu regulieren. Sie sind Strategien zur Stressbewältigung und zur Förderung eines gesünderen Umgangs mit Erinnerungen, Emotionen und körperlichen Symptomen. Die Verbindung zwischen Körper und Geist wird gestärkt. Es wird leichter, im Hier und Jetzt zu bleiben und innere Ruhe zu finden.
Traumafokussierte Interventionen
Hierbei können spezifische Techniken zur Regulierung von Traumafolgestörungen eingesetzt werden, wie Brainspotting (Neurovisuelle Verarbeitung), Ego-State-Therapie (Anteile-Arbeit) oder PITT (Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie).
Die neurovisuelle Methode Brainspotting nutzt die bilaterale Stimulation, um die Verarbeitung von traumatischen Erinnerungen zu erleichtern.
Kreative Methoden
Kreative Ausdrucksformen können helfen, Emotionen zu verarbeiten und neue Perspektiven zu gewinnen.
Ich gebe kein Heilversprechen.
"Was ich weiß, ist, dass wir traumatisiert werden, wenn unsere Fähigkeit, auf eine wahrgenommene Bedrohung zu reagieren, in irgendeiner Weise überfordert ist. Diese Unfähigkeit, angemessen zu reagieren, kann sich auf offensichtliche und subtile Weise auf uns auswirken."
Peter A. Levine
Annekathrin Zimmermann
Privatpraxis
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